2007 wurde beschlossen, dass das Renteneintrittsalter in Deutschland auf 67 Jahre angehoben wird. Aber in Berufen, welche mit einer hohen körperlichen Belastung einhergehen, oder aber in Berufen mit Publikumsverkehr ist es sehr schwer solange zu arbeiten. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung jedes Einzelnen von verschiedenen Punkten abhängt. Entscheidend sind der Bildungsstand, die Lebensumstände, das Einkommen und das Gesundheitsbewusstsein eines Jeden. Nur allzu nachvollziehbar ist daher der Wunsch vieler Arbeitnehmer schon früher in Rente zu gehen. Aktuell liegt das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei etwa 63 Jahren. Doch welche finanziellen Konsequenzen ergeben sich daraus und unter welchen Voraussetzungen ist das möglich?

Wie wird das Renteneintrittsalter bestimmt?

Die Rente mit 63 ist weiterhin möglich!

Die Rente mit 63 ist weiterhin möglich!

Zunächst einmal entscheidet das Geburtsjahr des einzelnen Arbeitnehmers über sein gesetzliches Renteneintrittsalter. Für alle Jahrgänge ab 1964 gilt das 2007 beschlossene Renteneintrittsalter von 67 Jahren. Das heißt alle Arbeitsnehmer, die nach 1963 geboren wurden, müssen planmäßig bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Alle anderen hingegen dürfen nach dem alten Gesetz mit 65 Jahren ihren Ruhestand genießen. Geschuldet ist die Anhebung des Renteneintrittsalters der gestiegenen Lebenserwartung. In der so genannten Reichsversicherungsverordnung wurde 1911 festgelegt, dass ein Arbeitnehmer ab dem 65. Lebensjahr in Rente gehen durfte. Statistisch gesehen lag zur damaligen Zeit die Lebenserwartung einer Frau bei 51 Jahren. Heute hingegen liegt die Lebenserwartung der Frauen bereits bei weit über 82 Jahren. Damit ist die Lebenserwartung um 31 Jahre und knapp 61 % gestiegen. Dem gegenüber stehen jedoch, aufgrund der gesunkenen Geburtenrate, immer weniger Arbeitnehmer. Hinzu kommt, dass sich viele bereits vor dem regulären Rentenalter zur Ruhe setzen. Dem soll mit der Anhebung des Renteneintrittsalters Rechnung getragen werden. Einem Umfrageergebnis zufolge empfindet das jeder 2. Deutsche jedoch als ungerecht und plädiert für eine Abschaffung des Gesetzes.
Die Anhebung des Renteneintrittsalters erfolgt seit 2012 schrittweise bis 2029.

Um keinen allzu harten Schnitt machen zu müssen und um zumindest den unterschiedlichen Arbeitsjahren gerecht zu werden, wurde beschlossen, dass eine Erhöhung des Renteneintrittsalters schrittweise in 1, bzw. 2 Monaten erfolgt. Das bedeutet für die Geburtsjahre 1947 bis 1958 einen Anstieg des Renteneintrittsalters um jeweils einen Monat. Für alle ab 1959 Geborenen steigt es sogar um 2 Monate.
Für die Berechnung der Arbeitsjahre werden Erziehungszeiten bis zum 10. Lebensjahr des Kindes angerechnet. Arbeitslosigkeit hingegen wird nicht eingerechnet.

Welche Ausnahmeregelungen gibt es?

Der Ruhestand mit 63 hat viele Vorteile.

Der Ruhestand mit 63 hat viele Vorteile.

Doch für alle Arbeitnehmer gleichermaßen gilt, wer mindestens 45 Arbeitsjahre vorweisen kann, darf unabhängig vom Geburtsjahr mit 65 Jahren in den Ruhestand übertreten, und das ganz ohne Abzüge. Das nennt sich im Fachjargon "Altersrente für besonders langjährig Versicherte".
Weitere Ausnahmen bilden schwerbehinderte Arbeitnehmer und Empfänger von Erwerbsminderungsrenten. Sie dürfen bereits mit 65 Jahren in Rente gehen. Hierfür galt früher die Altersgrenze von 63 Jahren. Die Grenze bildet hier der Jahrgang 1951. Demnach dürfen alle Jahrgänge nach 1952 und jünger, erst mit 65 Jahren in Rente gehen. Sämtliche Regelungen zur Altersrente für Schwerbehinderte gelten auch dann, wenn während des Bezuges von dieser, die Schwerbehinderung aufgehoben wird.

Unter welchen Voraussetzungen kann ich früher in Rente gehen?

Man muss ggfs. Abschläge in Kauf nehmen!

Man muss ggfs. Abschläge in Kauf nehmen!

Wer jedoch bereit ist Abschläge bei seiner Rente in Kauf zu nehmen, kann auch schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Voraussetzung dafür sind jedoch mindestens 35 Beitragsjahre.
Maximal macht dieser Abschlag 7,2 % der eigentlichen Rente aus. 0,3 % für jeden Monat, den man früher in Rente geht, werden von der regulären Altersrente abgezogen. Im Vergleich zur Rente mit 65 Jahren macht das bei einem 63 Jährigen Arbeitnehmer sogar 14,4 % aus.
Vertrauensschutz besteht für alle bis Ende 2006 geschlossenen Altersteilzeitverträge und für Arbeitnehmer, die 1955 oder früher geboren wurden.
Nach Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit ist es zukünftig ebenfalls möglich mit 63 Jahren in Rente zu gehen.

Hat der Anstieg des Renteneintrittsalters auch Vorteile?

Der einzigste, nennenswerte Vorteil für die Arbeitnehmer besteht in der gestiegenen Höhe der Rente. Das begründet sich allerdings einfach in der längeren Beitragszahlungszeit. Da das Renteneintrittsalter steigt, steigt gleichzeitig auch die Anzahl jener Jahre, in denen der Arbeitnehmer in die Rentenkasse einzahlt.

Wie berechnet sich die Höhe der Rente?

Einen ungefähren Anhaltspunkt über die wahrscheinliche Rentenhöhe bietet das "51 % – Niveau". So lässt sich in etwa einschätzen, wie hoch die vermutliche Rente sein wird und wie viel ein eventueller Abschlag wegen früheren Renteneintritts wirklich ausmacht. Die voraussichtliche Nettoaltersrente beträgt etwa 51 % des durchschnittlichen Bruttoeinkommens.

Zusammenfassend betrachtet gibt es also verschiedene Möglichkeiten, um mit 63 Jahren in Rente zu gehen. So können langjährig Versicherte mit Abschlägen und wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen bereits mit 63 Jahren in Rente gehen. Entscheiden kann das jedoch nur jeder für sich alleine.
Wichtig ist noch, zu wissen, dass ein späterer Wechsel der Form der jeweiligen Rente ab Bezugsbeginn nicht mehr möglich ist. Daher sollte die Wahl der Rentenform gut überlegt sein.